Imbolo Mbue: Das geträumte Land

Eine kamerunische Familie und "The American Dream"

Dieser Gesellschaftsroman zeigt eine Familie, die sich in New York ein gutes Leben aufbauen möchte, aber mit den Behörden und anderen Widrigkeiten zu kämpfen hat.

Familie Jonga aus Kamerun, bestehend aus Jende, seiner Frau Neni und Tochter Mbolo wandern nach New York aus, um bessere Lebenschancen zu bekommen und den amerikanischen Traum zu leben. Es fängt sehr vielversprechend an. Neni kann auf der Universität abends Hochschulkurse besuchen und den Berufswunsch als Apothekerin versuchen wahrzumachen. Nebenbei arbeitet sie als Putzfrau bei Cindy und Jende bekommt einen Job als Chauffeur bei Clark, seiner Frau Cindy und den beiden Kindern. Clark ist Angestellter bei der Bank Lehman Brothers. Beide lernen die Familie von Clark kennen und mögen.

Doch dieser schöne Schein trügt. Es bahnt sich bei Lehman Brothers eine folgenschwere Katastrophe an, denn der Bank geht es richtig schlecht. Sie steht kurz vor der Pleite.

Als Jende davon erfährt, beginnt die große Angst, dass er seinen Job verlieren könnte. Das hätte massive Folgen für ihn, weil er nur für ein paar Monate in den USA geduldet ist. Sein Visum läuft bald aus und kaum hat er von dem Schock erfahren, folgt die nächste Hiobsbotschaft: Sein Asylantrag wird abgelehnt.

Dies bringt die Familie Jonga in schwere Nöte und obendrein gibt es da noch ein Geheimnis in Clarks Familie. Dort gibt es massive Probleme, die die Ehe der beiden betrifft, da ein Alkohol und Drogenproblem bei Cindy erkennbar ist. Dieses Geheimnis kostet Jende den Job. Als Neni davon erfährt, holt sie zum Rundumschlag aus, denn sie weiß von Cindys Geheimnis. Sie setzt alles auf diese Karte. Kann das die Familie Jonga vor der Abschiebung retten oder geht es doch wieder zurück in die Heimat und was passiert in der Familie von Clark. Wird die Familie an den Problemen zerbrechen oder kann die Situation gerettet werden?

Fazit: Mit diesem Gesellschaftsroman ist Imbolo Mbue ein tolles Debüt gelungen. Diese Geschichte berührt durch die sehr einfühlsame und persönliche Schreibweise der Autorin und man merkt, dass sie persönlich ähnliche Erfahrungen gemacht hat. Das unterstreicht wie sie einerseits die Situation dieser Familie darstellt, aber sie zeigt auch bei der Familie von Clark die Schattenseiten einer scheinbar perfekten Familienidylle. Ein sehr wichtiges und sowohl sprachlich als auch inhaltlich rundum gelungenes Buch.